Entwicklungspotentiale finden

Stärken sind etwas Feines, doch wenn wir richtig vorankommen wollen, sollten wir uns auch mit den Bereichen beschäftigen, in denen wir uns noch weiterentwickeln können.

Doch wo liegen unsere größten Entwicklungspotentiale verborgen? Oftmals verstecken sie sich hinter unseren Stärken. Wie das, fragen Sie sich nun vielleicht?

Was ich meine, lässt sich am leichtesten mit dem von Helwig 1967 entworfenen Werte- und Entwicklungsquadrat erklären:

Helwig geht davon aus, dass jede Tugend einen “Gegenspieler” benötigt, um im Gleichgewicht zu bleiben. Hat sie diesen nicht, wird es “zu viel des Guten” (um einmal eine Lieblingsredewendung von Schulz von Thun zu bemühen ;-) ).

Ist zum Beispiel die Stärke eines Trainers, dass er viel Struktur bietet, ist soweit noch alles in Ordnung. Fehlt ihm aber dabei die Fähigkeit, flexibel auf die Situation einzugehen, wird es zu viel Struktur. Das Seminar wird starr und der Fluss kommt ins Stocken.

Eine Entwicklungsrichtung für diesen Trainer wäre also flexibler zu werden und mehr auf das zu achten, was in der jeweiligen Situation gerade wichtig und nötig ist.

wertequadrat

Dabei sollte er aber seine ursprüngliche Stärke - also die Struktur - nicht aufgeben. Andernfalls würde er sich in Zukunft im Seminar nur noch von vorhandenen Impulsen steuern lassen und dabei sein Ziel aus den Augen verlieren.

Es ist also in etwa mit einem Ying Yang Zeichen zu vergleichen, das nur ganz und schön ist, wenn beide Seiten ausgeglichen sind.

In der Praxis ist es häufig so, dass wir, wenn wir etwas ganz besonders gut können, eine Tendenz dazu haben, den “Gegenspieler” stiefmütterlich zu behandeln. Der “Gegenspieler” versteckt sich sozusagen hinter unserer größten Stärke. Er steht also in ihrem Schatten.

Wen Sie Lust haben, schauen Sie doch einfach mal bei Ihren Stärken, ob da nicht vielleicht jemand hinter steckt, den Sie aus seinem Schattendasein erlösen können!

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