Archiv der Kategorie ‘Persönliche Entwicklung’

Kurzpräsentation per Elevator Pitch (Nachtrag)

24. September 2007

Auf YouTube habe ich folgenden Elevator Pitch zum Thema Elevator Pitch gefunden. ;-)

Für alle, die englisch nicht abschreckt, lohnt sich meiner Meinung nach ein Blick darauf.

Sich kurz und knackig präsentieren

21. September 2007

Es gibt viele Situationen, bei denen man gefragt wird, wer man sei und was man so mache. Im Normalfall führt diese Frage zu einer mehr oder weniger langweiligen, sachlichen Kurzinformation.

Das ist schade, weil wir dadurch mögliche Chancen brach liegen lassen. Wer weiß, wen die fragende Person noch so alles kennt und was alles passieren könnte, wenn wir in ihrem Gedächtnis haften bleiben?

Es kann also durchaus lohnenswert sein, sich einmal gezielt darüber Gedanken zu machen, wie man sich selbst oder die eigene Firma kurz und knackig in 60 Sekunden präsentieren kann. Modern ausgedrückt hieße das, den eigenen “Elevator Pitch” (wörtlich übersetzt: Verkaufsgespräch im Aufzug) zu entwickeln.

60 Sekunden sind kurz. Das macht das Ganze zu einer großen Herausforderung. Vom Aufbau her kann die Kurzpräsentation in etwa so aussehen:

  1. Einleitung
    (z.B. Name und Berufsfeld)
  2. Neugier wecken und Spannung aufbauen
    (z.B. bildhaft, anschaulich den Leidensdruck ansprechen)
  3. Lösung bieten und Spannung auflösen
    (z.B. besondere Stärke / einzigartiger Lösungsansatz)
  4. Anker und Folgeimpuls setzen
    (z.B. Teilnahme an kostenlosem Mini-Onlinetraining, Zusendung eines selbst verfassten Fachartikels)

Dabei gilt es folgendes zu beachten:

  • Mit dem Herzen dabei sein. Überzeugend wirkt nur jemand, der hinter dem steht, was er erzählt.
  • Eine Form wählen, die zur eigenen Persönlichkeit passt.
  • Transparent machen, was anders als bei anderen ist.
  • Überlegen, welche Informationen für welche Zielgruppe besonders interessant sind. Eventuell verschiedene Versionen entwickeln.
  • Sicht des Gegenübers einnehmen. Was ist für ihn besonders wichtig, relevant und ein Vorteil?
  • Einfach zu verstehende Sprache wählen: kurze Sätze, Fachbegriffe vermeiden.
  • Möglichst bildhaft sprechen und positive Assoziationen wecken.
  • Beim eigenen Sprachstil bleiben, damit es natürlich wirkt.
  • Das Herz des Gegenübers ansprechen. Sympathie ist mindestens genauso entscheidend wie harte Zahlen und Fakten.
  • Nicht zu viel in die kurze Zeit packen. Zu viele Informationen verwirren eher, erst recht, wenn dazu noch schnell und ohne Pausen gesprochen wird.
  • Je nachdem, wie viel Ihr Gegenüber verdauen kann, mehr oder weniger Informationsbrocken geben. Dafür ist es hilfreich, kleine, kombinierbare “Informationsmodule” zu entwickeln.
  • Den Kurzvortrag üben. Am besten mit guten Freunden, die auch gleich noch Feedback geben können.

Haben Sie eine guten “Elevator Pitch” hingelegt, ist schon eine große Hürde genommen. Einerseits wissen nun vermutlich beide Seiten, ob sie überhaupt “füreinander bestimmt” sind. Andererseits haben Sie im günstigen Fall, Interesse geweckt und das eigentliche Gespräch kann beginnen. Damit hier kein peinliches Loch entsteht, sollte auch dies im Vorwege durchdacht und geplant werden. ;-)

Wenn Sie gute Beispiele kennen oder selbst eine Kurzpräsentation entworfen haben, dürfen Sie sie gern hier vorstellen!

Entwicklungspotentiale finden

19. September 2007

Stärken sind etwas Feines, doch wenn wir richtig vorankommen wollen, sollten wir uns auch mit den Bereichen beschäftigen, in denen wir uns noch weiterentwickeln können.

Doch wo liegen unsere größten Entwicklungspotentiale verborgen? Oftmals verstecken sie sich hinter unseren Stärken. Wie das, fragen Sie sich nun vielleicht?

Was ich meine, lässt sich am leichtesten mit dem von Helwig 1967 entworfenen Werte- und Entwicklungsquadrat erklären:

Helwig geht davon aus, dass jede Tugend einen “Gegenspieler” benötigt, um im Gleichgewicht zu bleiben. Hat sie diesen nicht, wird es “zu viel des Guten” (um einmal eine Lieblingsredewendung von Schulz von Thun zu bemühen ;-) ).

Ist zum Beispiel die Stärke eines Trainers, dass er viel Struktur bietet, ist soweit noch alles in Ordnung. Fehlt ihm aber dabei die Fähigkeit, flexibel auf die Situation einzugehen, wird es zu viel Struktur. Das Seminar wird starr und der Fluss kommt ins Stocken.

Eine Entwicklungsrichtung für diesen Trainer wäre also flexibler zu werden und mehr auf das zu achten, was in der jeweiligen Situation gerade wichtig und nötig ist.

wertequadrat

Dabei sollte er aber seine ursprüngliche Stärke - also die Struktur - nicht aufgeben. Andernfalls würde er sich in Zukunft im Seminar nur noch von vorhandenen Impulsen steuern lassen und dabei sein Ziel aus den Augen verlieren.

Es ist also in etwa mit einem Ying Yang Zeichen zu vergleichen, das nur ganz und schön ist, wenn beide Seiten ausgeglichen sind.

In der Praxis ist es häufig so, dass wir, wenn wir etwas ganz besonders gut können, eine Tendenz dazu haben, den “Gegenspieler” stiefmütterlich zu behandeln. Der “Gegenspieler” versteckt sich sozusagen hinter unserer größten Stärke. Er steht also in ihrem Schatten.

Wen Sie Lust haben, schauen Sie doch einfach mal bei Ihren Stärken, ob da nicht vielleicht jemand hinter steckt, den Sie aus seinem Schattendasein erlösen können!

Eigene Stärken und Werte erkennen (2)

17. September 2007

Eine andere Strategie bei der Suche nach den eigenen Stärken und Werten ist, die Blickrichtung zu wechseln.

Schlüpfen Sie doch einfach mal in Rolle eines guten Freundes, einer Kollegin oder eines Sportkameraden. Was sind aus deren Sicht Ihre Stärken? Wofür schätzen die Sie?

Wenn Sie Lust haben, können Sie “in den Schuhen der anderen” auch laut über sich erzählen. Am leichtesten und lustigsten ist diese Übung zu zweit, da einer dann mitschreiben und nachbohren kann.

Wer die anderen später fragt, was sie tatsächlich denken, hat außerdem noch die Chance zu prüfen, ob die eigene Einschätzung und das Fremdbild übereinstimmen.

Eigene Stärken und Werte erkennen

14. September 2007

In einem Seminar habe ich einmal an folgendem kleinen “Experiment” teilgenommen:

Wir wurden gebeten uns bis zum nächsten Tag 5 reale oder fiktive Personen auszusuchen, die für uns in mindestens einer ihrer Eigenschaften ein Vorbild sind. Außerdem sollten wir notieren, welche Eigenschaft es ist, die wir an dieser Person bewundern.

Wenn Sie Lust haben, auch einmal dieses Experiment mitzumachen, dann sollten Sie hier jetzt aufhören zu lesen und sich zunächst Ihre persönlichen Vorbilder und deren besondere Eigenschaften überlegen. Den Begriff “Vorbild” können Sie dabei ruhig relativ locker definieren - es müssen also keine Personen sein, die für Sie in Ihrer gesamten Persönlichkeit ein Vorbild sind. Wenn Sie damit fertig sind, können Sie weiter lesen.

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Am nächsten Tag haben alle Ihre Vorbilder inklusive Eigenschaften den anderen vorgestellt. Als alle fertig waren, meinte der Trainer zu uns, dass dies die Eigenschaften seien, die uns persönlich ausmachten und die auch unseren inneren Werten entsprächen. Es war wirklich verblüffend, wie zutreffend einem das bei den anderen Teilnehmern vorkam. An den Gedanken, dass es auch bei einem selbst stimmt, mussten sich viele - ich inklusive - allerdings erst noch eine Runde gewöhnen. ;-)

Falls Sie sich nun neugierig sein sollten, welche Vorbilder ich mir ausgesucht hatte, ist hier die “Auflösung” (an Nummer 5 erinnere ich mich leider nicht mehr):

  • Momo, weil sie so gut zuhören kann
  • Pipi Langstumpf, weil sie sich von künstlichen Grenzen nicht beirren lässt
  • Die Möwe Jonathan, weil sie ihren eigenen Weg sucht und sich ständig weiterentwickeln möchte
  • Der kleine Prinz, weil er mit dem Herzen sieht

Und ja, ich hatte es eher mit den fiktiven als den realen Personen, da ich mit dem Begriff “Vorbild” damals nicht so viel anfangen konnte. ;-)

Später habe ich übrigens noch eine Abwandlung der Methode kennengelernt. Dabei sollte man sich 5 Personen aussuchen, die man überhaupt nicht mag und sagen, warum man sie nicht mag.

Die so gefundenen negativen Eigenschaften (z.B. “unzuverlässig”) wurden dann ins Positive umgekehrt (z.B. “zuverlässig”). Diese positiven Eigenschaften entsprachen dann den eigenen Stärken und Werten.